Anlässe mit mehr als 1000 Personen ab Oktober wieder möglich

Die Schweizer Sportklubs und Organisatoren von Grossanlässen können teilweise aufatmen. Der Bundesrat erlaubt ab dem 1. Oktober Veranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern - unter strengen Auflagen.

Anlässe mit mehr als 1000 Personen ab Oktober wieder möglich (Foto: KEYSTONE / PETER SCHNEIDER)
Anlässe mit mehr als 1000 Personen ab Oktober wieder möglich (Foto: KEYSTONE / PETER SCHNEIDER)

Der Beschluss des Bundesrats, die 1000er-Regel zu lockern, sorgt in der hiesigen Sportlandschaft für Erleichterung. Ein wichtiger Entscheid für den Schweizer Sport, schrieb der Dachverband Swiss Olympic. Ein Freibrief für Veranstaltungen vor Tausenden Zuschauern ist das grüne Licht von höchster Stelle indes nicht. Voraussetzung für die Durchführung grösserer Anlässe ist das Einhalten strenger Schutzmassnahmen. Zudem gilt eine Bewilligungspflicht durch den jeweiligen Kanton. Beim Contact Tracing, das wie die Kontrolle bei den Kantonen liegt, drohen Engpässe.

Die neue Direktive bedeutet, dass die aktuelle Einschränkung auf 1000 Personen um einen Monat bis Ende September verlängert wird. Das ist darum eine gute Nachricht für den Sport, weil auch eine Ausweitung der 1000er-Regel bis März 2021 zur Debatte stand. Die Lage sei unter Kontrolle, bleibe aber angespannt, betonte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga. Gesundheitsminister Alain Berset sagte: Nach sechs Monaten Pandemie müssen wir lernen, mit dem Virus zu leben. Ziel sei es, Grossanlässe wieder zu ermöglichen, ohne dass die Corona-Zahlen deswegen in die Höhe schnellen.

Die Veranstalter werden schweizweit einheitliche Anforderungen erfüllen müssen, deren Details bis am 2. September vom Bund ausgearbeitet sein sollen. Wo wie viele Zuschauer zugelassen werden, ist derzeit völlig offen. Der Bundesrat will die unterschiedlichen Voraussetzungen stärker berücksichtigen. Nicht alle Grossveranstaltungen bergen dieselben Risiken, erklärte Berset. Beim Bewilligungsverfahren sind die jeweiligen Kantone angehalten, auch ihre epidemiologische Lage und die Kapazitäten für das Contact Tracing zu berücksichtigen.

Insbesondere für die Schweizer Profiklubs im Fussball und Eishockey verspricht die Lockerung eine wichtige finanzielle Entlastung in der angespannten Situation. Doch Sorgen bleiben. Für Peter Zahner, den Geschäftsführer der ZSC Lions, sind die neuen Vorgaben derzeit noch zu wenig konkret. Noch wissen wir nicht, wie viele Zuschauer ins Stadion dürfen. Um einigermassen kostendeckend zu sein, benötigen wir in unserem Fall eine Zwei-Drittel-Auslastung. Und auch Marc Lüthi, der CEO des SC Bern, zeigte sich nur ansatzweise zufrieden. Ich sehe im Moment noch viel Ungewissheit. Dass es beim Tracing zu Engpässen kommen könnte und die Kantone unterschiedliche Handhabungen haben könnten, löst bei mir Bedenken aus. Mit der Verantwortlichkeit bei den Kantonen scheint mir die Rechtsunsicherheit grösser als vorher mit der 1000er-Regel.

Die Lockerung per Oktober dürfte bedeuten, dass der für Mitte September geplante Saisonstart im Eishockey am Freitag um zwei Wochen nach hinten verschoben wird. Ob die neue Spielzeit der Super League wie vorgesehen am 12. September beginnt, also noch mit maximal 1000 Leuten in den Stadien, so wie sie Anfang August aufgehört hat, oder ob im gedrängten Kalender ebenfalls eine Verschiebung in den Oktober angestrebt wird, wird laut Liga-CEO Claudius Schäfer in den nächsten Tagen ausgelotet. Bis zum Monatsende stehen nach jetzigem Stand drei Runden im Programm.

Der Rad-WM in Aigle und Martigny half das teilweise Entgegenkommen des Bundes derweil nicht. Die vom 20. bis 27. September geplanten Titelkämpfe wurden abgesagt.

(sda)


Daten:

Roman Spirig
12.08.20 18:47

Themen:

Sport

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