Aung San Suu Kyi in Myanmar ins Gefängnis gebracht - Einzelhaft

Die in Myanmar entmachtete Ex-Regierungschefin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi ist nach Angaben der Militärjunta in der Hauptstadt Naypyidaw in ein Gefängnis gebracht worden.

ARCHIV - Myanmars Ex-Regierungschefin Aung San Suu Kyi nimmt am 4. November 2019 am ASEAN-Japan-Gipfel in Nonthaburi, Thailand, teil. Ein von der Militärjunta in Myanmar kontrolliertes Gericht hat die entmachtete Ex-Regierungschefin Aung San Suu Kyi zu fünf Jahren Haft wegen Korruption verurteilt. Foto: Gemunu Amarasinghe/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Gemunu Amarasinghe)
ARCHIV - Myanmars Ex-Regierungschefin Aung San Suu Kyi nimmt am 4. November 2019 am ASEAN-Japan-Gipfel in Nonthaburi, Thailand, teil. Ein von der Militärjunta in Myanmar kontrolliertes Gericht hat die entmachtete Ex-Regierungschefin Aung San Suu Kyi zu fünf Jahren Haft wegen Korruption verurteilt. Foto: Gemunu Amarasinghe/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Gemunu Amarasinghe)

Sie befindet sich dort in Einzelhaft, teilte Militärsprecher Zaw Min Tun am Donnerstag mit. Die 76-Jährige war im Zuge des Militärputsches vom Februar 2021 unter Hausarrest gestellt worden.

Suu Kyi muss sich schon seit Monaten wegen zahlreicher angeblicher Vergehen vor Gericht verantworten. Unter anderem sieht sie sich mit fast einem Dutzend Korruptionsklagen konfrontiert. Für jeden Anklagepunkt drohen der Politikerin bis zu 15 Jahre Gefängnis.

Im April war ein erstes Urteil gefallen: Ein Gericht hatte Suu Kyi zu fünf Jahren Haft verurteilt. Jedoch war lange nicht klar, ob die prominente Politikerin wirklich ins Gefängnis muss. Sie selbst hatte den Vorwurf zurückgewiesen, Gold und 600 000 US-Dollar (rund 578 000 Franken) Bestechungsgeld von einem Politiker angenommen zu haben.

Das Verfahren findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Suu Kyis Anwälte dürfen nicht mit Medien sprechen. Menschenrechtler sprechen von einem Schauprozess.

Die Generäle hatten im Februar vergangenen Jahres geputscht. Sie begründeten den Umsturz mit angeblichem Betrug bei der Wahl im November 2020, die Suu Kyi klar gewonnen hatte. Beweise legten sie keine vor. Seither versinkt das frühere Birma in Chaos und Gewalt.

(sda)


Daten:

News Redaktion
23.06.22 10:00

Themen:

International

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