Belastung der Glatt durch Spurenstoffe nimmt ab

Die neue Reinigungsstufe in der ARA Oberglatt wirkt sich positiv auf die Gewässerqualität der Glatt aus. Entlang des ganzen Flusses geht die Belastung durch Mikroverunreinigungen zurück, wie erste Messungen zeigen.

Weniger Mikroverunreinigungen bedeuten auch weniger Stress für die Fische in der Glatt. (FOTO: Glattkommission)
Weniger Mikroverunreinigungen bedeuten auch weniger Stress für die Fische in der Glatt. (FOTO: Glattkommission)

Die Erwartungen an die technologische Aufrüstung waren gross. "Die Resultate stimmen uns sehr optimistisch", wird Reto Gnägi, Geschäftsführer des Abwasserverbands Flawil-Degersheim Gossau, am Donnerstag in einer Mitteilung der Glattkommission zitiert.

Rund 20 Millionen Franken kostet die Erweiterung der ARA Oberglatt in Flawil, und die Bauarbeiten dauerten über zwei Jahre. Der Ausbau umfasste einerseits die Erweiterung der biologischen Reinigungsstufe (Biofiltration) und andererseits den Neubau einer Stufe zur Entfernung von Mikroverunreinigungen (EMV).

Bei der EMV-Stufe, die in der ARA Oberglatt im Herbst 2021 in Betrieb ging, kommt das sogenannte Pulveraktivkohle-Verfahren zum Einsatz. Dabei binden sich die Mikroverunreinigungen an Kohlenpartikel, die anschliessend aus dem Abwasser abgetrennt werden.

Bereits die ARA Herisau hatte dieses Verfahren für ihre EMV-Stufe gewählt. Diese ist seit Juni 2015 im Einsatz. Schon kurz nach der Inbetriebnahme gelangten dank dieser Verbesserung deutlich weniger Mikroverunreinigungen mit dem gereinigten Abwasser in die Glatt, wie es im Communiqué weiter heisst.

Dadurch seien unter anderem auch die Stressfaktoren für die Fische zurückgegangen, wie das Umweltmonitoring ergab. Die im Oberlauf der Glatt erzielte Verbesserung sei durch das Abwasser der damals noch nicht ausgebauten ARA Oberglatt praktisch wieder zunichte gemacht worden.

Dem ist heute nicht mehr so: Verschiedene Untersuchungen vor und nach der Inbetriebnahme der EMV-Stufe in Flawil zeigten bei der Qualität des Wassers, das nach der Reinigung in die Glatt geleitet wird, eine positive Entwicklung.

Es sei noch zu früh, um die positiven Folgen der neuen Reinigungsstufe der ARA Oberglatt im Detail zu kennen, wird Vera Leib, Leiterin der Abteilung Gewässerqualität des Amts für Wasser und Energie St. Gallen, zitiert: "Ein Jahr nach der Inbetriebnahme lässt sich sagen, dass die EMV-Stufe dazu geführt hat, dass die Belastung mit Mikroverunreinigungen nun unterhalb der ARA Oberglatt erheblich abgenommen hat."

(sda)


Daten:

News Redaktion
24.11.22 10:19

Themen:

Schweiz

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