Kein Wunder für Dario Cologna

Dario Cologna gelingt an der WM in Oberstdorf im Skiathlon kein Exploit. Nach einer Krise nach dem Skiwechsel liegt für den Weltmeister 2013 und Olympiasieger 2014 nicht mehr als der 10. Rang drin.

Dario Cologna blickt im Ziel mit gemischten Gefühlen auf die Resultattafel. Ein Exploit blieb ihm im Skiathlon verwehrt. (FOTO: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)
Dario Cologna blickt im Ziel mit gemischten Gefühlen auf die Resultattafel. Ein Exploit blieb ihm im Skiathlon verwehrt. (FOTO: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

Dario Cologna war sich von Beginn an bewusst, dass er für eine Medaille über sich hinauswachsen und bei den härtesten Gegnern etwas schief laufen müsste. Beides passierte nicht. Vorne machten die fünf Norweger und der spätere Sieger Alexander Bolschunow spätestens nach dem Wechsel von den Klassisch- auf die Skating-Ski mächtig Dampf, hinten geriet der 34-jährige Bündner in eine gewaltige Krise.

Ich habe mich nach dem Wechsel muskulär extrem schwer getan und brauchte eine Runde, um mich wieder besser zu fühlen, erklärte Cologna. Da war das Rennen natürlich gelaufen. Zwischenzeitlich fiel er bis auf Platz 16 zurück, ehe er sich zumindest wieder in die erste Verfolgergruppe zurückkämpfte. Es ist eine WM, da versucht man das beste, auch wenn es ein harter Moment war. Man müsse sich dann halt kleine Ziele setzen. Zur nächsten Gruppe vorstossen, dann diese Gruppe gewinnen.

Cologna gab aber offen zu, dass er am Ende da landete, wo er im Moment auch hingehöre. Ich hatte in Lahti (vor vier Wochen beim einzigen Weltcup-Skiathlon dieser Saison) das gleiche Problem, da ging es aber nicht so lange aufwärts, so dass ich da weniger Zeit verlor. Am Ende sei der 10. Rang okay, aber an einer WM will man natürlich immer mehr.

Immerhin gewann der Münstertaler das teaminterne Duell mit seinem Kantonskollegen Jason Rüesch, der nach dem Wechsel der Ski zwischenzeitlich 15 Sekunden vor ihm lag. Rüesch hatte sich die Top 15 als Ziel gesetzt und schaffte eine Punktlandung. Das ist mein WM-Bestresultat, das nehme ich gerne, bilanzierte der 26-jährige Davoser. Jonas Baumann als 20. und Candide Pralong als 30. schlugen sich achtbar, was auf einen guten Auftritt mit der Staffel hoffen lässt.

Nach den zweimal 15 km auf der anspruchsvollen Strecke im Oberallgäu betrug Colognas Rückstand auf den Bolschunow-Express zwei Minuten. Die fünf startberechtigten Norweger und der Russe waren eine Klasse für sich - und Bolschunow dabei klar der Stärkste. Der 24-Jährige gewann seinen ersten Titel bei einem Grossanlass nach sieben 2. Plätzen bei Olympia und WM auf eindrückliche Art. Er führte spätestens nach dem Skiwechsel das immer kleiner werdende Feld konstant an. Unter seinem Tempodiktat waren bald einmal nur noch die fünf Norweger übrig, am Ende blieben einzig der Skiathlon-Olympiasieger Simen Hegstad Krüger und der 50-km-Weltmeister Hans Christer Holund mit dem Russen in Kontakt. Im letzten kurzen Anstieg und auf der Zielgeraden liess der bärenstarke Russe seinen müde gelaufenen Gegnern aber nicht den Hauch einer Chance. Da nützte alle Taktik nichts, anerkannte der Silbermedaillen-Gewinner Krüger die Überlegenheit Bolschunows an.

Bolschunow, der nach seinem Ausraster gegenüber dem Finnen Joni Mäki in Lahti unter Bewährung läuft, ist an dieser WM in drei weiteren Einzelrennen drei weitere Male der Titelfavorit. Kleinere Brötchen backt derzeit Dario Cologna. Er wird am Mittwoch über 15 km Skating vor der gleichen Herausforderung stehen wie im Skiathlon. An der Übermacht aus Norwegern und Bolschunow führt kaum ein Weg vorbei zu einer Medaille - selbst ohne Krise.

(sda)


Daten:

News Redaktion
27.02.21 15:15

Themen:

Sport

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