Kulturfestival Origen beantragt Verlängerung für Julierturm

Der Rote Turm auf dem Julierpass soll bis Ende August 2023 erhalten bleiben. Das bündnerische Kulturfestival Origen hat ein Gesuch um Verlängerung der Standzeit des Theaterbaus eingereicht. Ursprünglich sollte der Turm nur bis Ende Jahr bespielt werden.

Kulturfestival Origen beantragt Verlängerung für Julierturm (Foto: KEYSTONE /  / www.christianbrandstaetter.com)
Kulturfestival Origen beantragt Verlängerung für Julierturm (Foto: KEYSTONE / / www.christianbrandstaetter.com)

Das Theaterhaus habe sich innert weniger Jahre zu einer europaweit ausstrahlenden Plattform für zeitgenössisches Bühnenschaffen entwickelt, schrieb die Nova Fundaziun Origen am Freitag in einer Mitteilung. Über zwanzig Uraufführungen seien speziell für den Julierturm kreiert worden.

Der Spielplan sei seit 2017 kontinuierlich erweitert worden, die Vorstellungen seien meist ausverkauft. Nun ersucht Origen bei der Gemeinde Surses und beim Amt für Raumentwicklung Graubünden um eine Verlängerung der Standzeit des Turmes bis August 2023. Der Grund: Origen sei auf die ganzjährig nutzbare Spielstätte angewiesen, um den erweiterten Spielbetrieb aufrechterhalten und die Folgen der Coronakrise auffangen zu können, schreiben die Veranstalter.

Grund für den frühen Abbautermin war eine zurückhaltende Einschätzung der Attraktivität des Spielortes. Intendant Giovanni Netzer erklärt: Wir sind davon ausgegangen, dass das Interesse an der Spielstätte nach drei Jahren nachlassen würde. Das Gegenteil sei eingetreten: Wir haben die Anzahl der Vorstellungen in den letzten Jahren verdoppelt.

Für Künstler aus ganz Europa sei der Julierpass zum Symbol für kreative Freiheit in grossartiger Natur geworden. Wenn der Turm im Herbst abgebaut werden müsste, fehle Origen ein ganzjährig bespielbares Haus. Die Theaterproduktion müsste um mehr als die Hälfte gedrosselt werden. Der Schaden wäre gross: für Origen und die gesamte Region, heisst es im Communiqué.

Im kommenden Sommer sollen Künstler aus Paris, St. Petersburg, München, Wien, Zürich, Stuttgart und Den Haag auf dem Pass eine ganze Reihe von Uraufführungen realisieren - zusammen mit Chören und freischaffenden Künstlern unseres Kantons.

Der Ausbruch des Coronavirus hat weitreichende Folgen auch für Origen. Das Festival musste bereits im Winter insgesamt acht Vorstellungen auf dem Pass absagen. Möglicherweise müsse der ganze kommende Festivalsommer abgesagt werden, falls das Versammlungsverbot bestehen bleibe. Für Origen wäre das fatal: es wurden zehn Uraufführung für den diesjährigen Festivalsommer in Auftrag gegeben.

Nach 2023 laufe die natürliche Haltbarkeit des Turmes ab, sagt Intendant Giovanni Netzer. Danach sollen neue Bühnenräume in den Dörfern des Surses den Julierturm ersetzen.

(sda)


Daten:

Roman Spirig
27.03.20 10:16

Themen:

Schweiz

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