Neue Gewitterfront wütet im Nordosten Deutschlands

Nach heftigen Gewittern mit Starkregen, Überflutungen und Verkehrsbehinderungen hat der Nordosten Deutschlands neue Unwetter erlebt. Am Abend gingen kräftige Niederschläge nieder. In Berlin verfinsterte sich der Himmel wie in der Nacht.

Neue Gewitterfront wütet im Nordosten Deutschlands (Foto: KEYSTONE / DPA / Robert Michael)
Neue Gewitterfront wütet im Nordosten Deutschlands (Foto: KEYSTONE / DPA / Robert Michael)
(Foto: KEYSTONE / DPA / Bernd Maerz)
(Foto: KEYSTONE / DPA / Bernd Maerz)

Am Abend rollten keine Fernzüge mehr in der Hauptstadt. Durch das Gewitter seien technische Anlagen beschädigt worden, teilte die Bahn mit. Techniker seien im Einsatz. Aus Sicherheitsgründen blieben die Fernzüge erst einmal an Bahnhöfen stehen. Nach ein paar Stunden konnten sie weiterfahren. An den Flughäfen Tegel und Schönefeld wurden Flüge rund 45 Minuten lang ausgesetzt.

In Dresden wurde der Innenraum des Stadions vor einem Konzert der Band Rammstein zur Sicherheit geräumt. Nach Angaben eines Polizeisprechers konnten die Fans aber nach rund 45 Minuten wieder zurück - und das Konzert begann.

Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach hatte vor schweren Gewittern in Teilen von Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen gewarnt. Die Temperaturen waren in den östlichen Bundesländern wieder auf bis zu 34 Grad gestiegen.

In der Nacht zum Mittwoch hatten sich vor allem im Osten Gewitter entladen. In Sachsen und Brandenburg prasselten örtlich Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern zu Boden. In Berlin und Potsdam wurden Strassen überflutet, Bäume stürzten um, zahlreiche Keller und Tiefgaragen liefen voll. In beiden Städten rückten die Helfer zu zahlreichen Einsätzen aus.

In den Gärten und Parks des Unesco-Welterbes in Potsdam richtete das Unwetter Schäden an. Die Parks bleiben für die Aufräumarbeiten bis auf Weiteres geschlossen, wie die Stiftung Preussische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg mitteilte.

Nach Angaben des Blitz-Informationsdienstes von Siemens hatte es in der Nacht über ganz Deutschland bis zu 800 Mal pro Minute geblitzt. Etwa jeder zehnte Blitz traf auf den Erdboden, wie Sprecher Stephan Thern sagte.

In Berlin wurde am Dienstag um Mitternacht der "Ausnahmezustand Wetter" ausgerufen. Dabei werden Einsätze nach Wichtigkeit bearbeitet, nicht nach dem Zeitpunkt des eingehenden Notrufes.

An den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld wurde die Flugzeugabfertigung der Maschinen auf dem Vorfeld für mehrere Stunden eingestellt. Passagiere konnten nicht wie sonst üblich über Treppen ein- oder aussteigen. Die Polizei Brandenburg berichtete von Blitzeinschlägen, herabfallenden Ästen, Unfällen und überschwemmten Strassen in der Nacht zum Mittwoch.

(sda)


Daten:

Roman Spirig
12.06.19 21:00

Themen:

International

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