Schwarze Zahlen bei Bergbahnen Wildhaus trotz Turbulenzen

Die Bergbahnen Wildhaus AG haben im Geschäftsjahr 2019/2020 ein ausgeglichenes Ergebnis erwirtschaftet. Trotz Umsatzausfällen wegen der Corona-Pandemie und dem Wegfall der regionalen Skitickets resultierte unter dem Strich eine schwarze Null.

Schwarze Zahlen bei Bergbahnen Wildhaus trotz Turbulenzen (Foto: KEYSTONE /  / )
Schwarze Zahlen bei Bergbahnen Wildhaus trotz Turbulenzen

Die Rechnung schloss mit einem kleinen Gewinn von 12000 Franken ab, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Man blicke auf eine sehr anspruchsvolle und ereignisreiche Wintersaison zurück. Nach einem guten Start über die Festtage und einem durchschnittlichen Januar beschädigte am 11. Februar der Sturm Sabine den Skilift Oberdorf irreparabel.

Mitte März endete die Wintersaison abrupt, wegen der Corona-Pandemie mussten alle Skigebiete schliessen. Für die Bergbahnen Wildhaus bedeutete dies allein im März Umsatzausfälle von mehr als einer halben Million Franken. Mit dem Wegfall der regionalen Skibillette Wildhaus-Iltios-Chäserrugg resultierte im Geschäftsjahr insgesamt ein Rückgang des Betriebsertrags um 15 Prozent.

Dass trotzdem ein ausgeglichenes Jahresergebnis möglich war, liegt laut Urs Gantenbein, dem Vorsitzenden der Geschäftsleitung, an Sparmassnahmen und grossen Abschreibungen in den Vorjahren. Im März, April und Mai meldete das Unternehmen in kleinem Umfang Kurzarbeit an, wie Gantenbein der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.

Eine Ende November 2019 beschlossene Kapitalerhöhung um eine Million Franken sei erfolgreich lanciert worden. Bisher seien Aktien im Wert von 250000 Franken gezeichnet, schreiben die Bergbahnen Wildhaus. Die nächste Generalversammlung im September soll schriftlich auf dem Postweg stattfinden.

Aktuell befindet sich ein Sechser-Sessellift im Oberdorf im Bau. Die Einweihung ist für den 11. Oktober geplant. Der neue Sessellift ersetzt drei kleinere Skilifte, darunter denjenigen, der im vergangenen Februar durch den Sturm zerstört wurde.

Laut Gantenbein wäre das Unternehmen an gemeinsamen Tickets der verbundenen Skigebiete Wildhaus und Iltios-Chäserrugg interessiert. Im vergangenen Winter konnten diese Tickets erstmals nicht mehr gekauft werden - wegen eines seit Jahren dauernden Streits der beiden benachbarten Bergbahnen.

Die Toggenburg Bergbahnen (TBB) hatten Mitte 2017 ein Übernahmeangebot für die Bergbahnen Wildhaus lanciert, das vorerst verlängert, dann aber im vergangenen Mai zurückgezogen wurde. Der angebotene Preis wurde in Wildhaus als viel zu tief beurteilt.

Hauptstreitpunkt im Bergbahnen-Zwist zwischen Wildhaus und Iltios-Chäserrugg war der Verteilschlüssel für die Einnahmen. Vermittlungsversuche des Kantons und des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) scheiterten.

(sda)


Daten:

Roman Spirig
07.08.20 14:52

Themen:

Regional

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