Schwyzer Regierung will beim Autobahnzubringer Halten Tunnel bauen

Die Zufahrt zur Autobahn im Gebiet Halten bei Schindellegi SZ soll unterirdisch erfolgen. Der Schwyzer Regierungsrat hat sich dafür entschieden, ein Vorprojekt für einen Tunnel im Tagbau auf der ursprünglichen Linienführung auszuarbeiten. Er rechnet mit Gesamtkosten von 140 Millionen Franken.

Die rot eingezeichnete Strasse von der Wilenstrasse ins Gebiet Halten bei der Autobahn A3 bei Schindellegi soll unterirdisch verlaufen. (FOTO: Staatskanzlei Schwyz)
Die rot eingezeichnete Strasse von der Wilenstrasse ins Gebiet Halten bei der Autobahn A3 bei Schindellegi soll unterirdisch verlaufen. (FOTO: Staatskanzlei Schwyz)

Der Anschluss Halten der Autobahn A3 soll zu einem Vollanschluss erweitert werden. Für das Projekt ist der Bund zuständig, der Kanton Schwyz muss den Zubringer sicherstellen. Das Bundesamt für Strassen (Astra) hat die Planung allerdings sistiert, weil der Kanton nicht verbindlich aufzeigen konnte, wie der Verkehr künftig zur Autobahn gelangen soll.

Ursprünglich hatte die Regierung dafür eine 1,3 Kilometer lange oberirdische Option ins Auge gefasst. Dagegen gab es Opposition, der VCS kritisierte, damit würde eine nicht überbaute Kulturlandschaft durchtrennt, eine Initiative in Freienbach SZ forderte zudem eine Tunnelvariante.

Hatte der Regierungsrat zuerst noch die Haltung, wenn die Gemeinden die teurere Tunnelvarianten wollten, müssten sie selber dafür bezahlen, rückte er im Frühling 2021 davon ab. Er zeigte sich bereit, die Kosten einer unterirdischen Varianten alleine zu tragen, um vorwärts machen zu können.

Die Regierung habe nun das Tiefbauamt beauftragt, ein Vorprojekt für einen Tunnel im Tagbau auf der ursprünglichen, oberirdischen Linienführung auszuarbeiten, teilte die Staatskanzlei am Dienstag mit. Zuvor hatte die Gemeinde Freienbach noch zwei Alternativen vertieft abklären lassen, die weiter östlich beim Schwerziquartier direkt in die Kantonsstrasse eingemündet hätten.

Wegen der grossen Steigung und der engen Kurvenradien seien diese aber nicht geeignet, sagte der Schwyzer Baudirektor André Rüegsegger (SVP) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Zudem hätte die eine direkt in den Kreisel eingemündet und die anderen den Langsamverkehr betroffen.

Mit der nun gewählten Bauvariante könne ein grosser Teil der bisherigen Vorarbeiten übernommen werden, hält die Regierung fest. Die unterirdische Ausführung sei landschaftsschonend und die geplanten flankierenden Massnahmen könnten soweit notwendig weiterverfolgt werden.

Bis 2023 solle das Vorprojekt mit näheren Angaben zu den Kosten vorliegen. Im Idealfall werde die Regierung dem Kantonsrat noch im kommenden Jahr eine Vorlage mit Ausgabenbewilligung präsentieren. Je nach Zustimmung im Parlament, käme diese automatisch vors Volk.

Der Regierungsrat habe das Astra ersucht, die sistierte Planung für den Vollanschluss Halten wieder aufzunehmen, heisst es in der Mitteilung. Der VCS begrüsste auf Anfrage die Neuauflage der Planung. Mit der Tunnellösung sei aber bloss einer der kritisierten Punkte behoben, sagte Markus Andreas Bamert auf Anfrage.

Der VCS sei weiterhin gegen ein einseitiges Strassenbauprojekt mit Kapazitätsausbau. Noch fehlten Antworten zu flankierenden Massnahmen, die etwa die Verkehrssicherheit gewährleisteten, und zur generellen Verkehrsentwicklung.

Der VCS hatte 2021 vor Bundesgericht Recht erhalten mit seiner Kritik am Vorgehen der Regierung beim Nutzungsplan für den Autobahnanschluss. Das Gericht hob den Plan auf, weil die Auswirkungen des Projekts etwa auf die Umwelt noch zu wenig klar seien.

(sda)


Daten:

News Redaktion
05.07.22 08:47

Themen:

Regional

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